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Lyss - Vicques 5:1

28.05.2017 22:53:13 | Daniel Martiny

Das Zittern und Rechnen geht weiter 

Der SV Lyss hat mit dem 5:1-Heimsieg gegen den bereits abgestiegenen FC Vicques seine Relegation vorläufig abgewendet. Nach wie vor müssen die Lysser punkten und sind auf Schützenhilfe angewiesen.

Das erste Spiel der letzten Chance. Der SVLyss war am Samstag gegen das Schlusslicht aus Vicques, dessen Abstieg schon feststeht, zum Siegen verdammt – und er erfüllte die Pflicht mit einem 5:1-Sieg deutlich. So richtig gefeiert wurde im Lysser Lager ob des erst zweiten Heimsiegs der Saison aber nicht. Denn nun folgen eben noch zwei weitere Spiele der letzten Chance, in denen man nicht nur punkten muss, sondern gleichzeitig auf «richtige» Resultate aus den anderen Partien angewiesen ist. Ansonsten spielt der SVLyss – vor zehn Jahren noch ein Erstligist – kommende Saison in der 3. Liga.

Mit dem drohenden Abstieg im Nacken übernahmen die Lysser sofort nach dem Anpfiff das Spieldiktat und erarbeiteten sich die ersten Torchancen. Jason Simsch vergab aber zweimal (2./12.) aus aussichtsreicher Position. Als dann die äusserst bescheiden aufspielenden Jurassier mit ihrer ersten Chance sogleich die Führung übernahmen, schien die Partie zum Spiegelbild der Saison zu verkommen:Mit einem haarsträubenden Ballverlust in der Defensive ermöglichte man dem Gegner einen Torerfolg, während man mit den eigenen Chancen mehr als fahrlässig umging.

Lyss-Trainer Patrik Schüpbach war dementsprechend unzufrieden – Sieg hin oder her:«Ich kann nicht zufrieden sein, wenn wir derart viele Möglichkeiten auslassen. Gerade am Anfang müssen wir die Tore einfach machen. Das würde beruhigen.»

Ferreiras perfekter Freistoss

Die Heimmannschaft wusste aber noch vor der Pause die Nerven des Trainers und jene der Zuschauer zu besänftigen. Nur vier Minuten nach dem 0:1 traf Simsch dann doch noch ins Netz. Und mit einem perfekten, direkt geschossenen Freistoss aus rund 20 Metern brachte Tomas Ferreira Lyss mit dem 2:1 auf Kurs. Dazwischen hatten die Gastgeber aber eine Zwei-gegen-Null-Möglichkeit ungenutzt gelassen. Diese Situation zeigte nicht nur deutlich Lyss’ Impotenz im Abschluss, sondern auch Vicques’ Schwäche auf. Die Gäste liessen sich mit ein paar schnellen Pässen äusserst einfach ausspielen.

So ist Schüpbachs Aussage, sein Team hätte zehn Tore erzielen müssen, nicht übertrieben. Nach dem Seitenwechsel ging der Einbahnfussball nämlich weiter. Die Effizienz liess dabei trotz drei Toren weiterhin zu wünschen übrig. Mit seiner x-ten Chance gelang Michel Menétrey schliesslich das 3:1 (61.) und wiederum vier Minuten später doppelte der Lysser Topskorer nach. Er hatte das mustergültige Zuspiel vom eben erst eingewechselten Luan Lopez verwertet. Lopez sorgte dann in der 70. Minute mit dem 5:1 für den Schlusspunkt.

Höchster Saisonsieg

Dank des höchsten Siegs der Saison geht für den SVLyss das Zittern und Rechnen weiter. Denn Courtételle verlor gegen Azzurri (siehe Text unten). Die Lysser könnten die Jurassier mit zwei Siegen in der Tabelle noch hinter sich lassen. Auch falls Lyss nur vier Punkte holen sollte, wäre die Platzierung vor Courtételle noch möglich, da die Jurassier momentan mehr Fairplay-Strafpunkte auf ihrem Konto haben. Diese kommen bei Punktegleichheit zum Tragen. Zu diesem Vergleich könnte es aber nur kommen, wenn Courtételle in seinen zwei verbleibenden Spielen mindestens vier Punkte liegen lässt.

Team aus Gruppe 2 steigt ab

Obwohl seine Mannschaft auf Schützenhilfe angewiesen ist, sagt Schüpbach:«Zuerst müssen wir schlicht unsere Punkte holen. Dann können wir weiterschauen.» Der Blick auf die andere Gruppe ist nach dieser Runde jedenfalls endgültig überflüssig geworden. Als fünften Absteiger wird es definitiv den Drittletzten aus der Seeland/Jura-Gruppe treffen.

Damit nicht genug:Drei Runden vor Schluss ist in der Gruppe 3 der 2. Liga interregional der dritte und letzte Abstiegsplatz noch nicht vergeben. Sollte Muttenz die fünf Punkte Rückstand auf den FC Tavannes/Tramelan noch wettmachen, müsste sogar auch der Viertletzte der Seeland/Jura-Gruppe den Gang in die 3. Liga antreten, um das Kontingent an Teams aus dem Verband Bern/Jura in der 2. Liga regional aufrecht zu erhalten.

Lyss spielt noch zweimal gegen Seeländer Equipen (Besa und Azzurri), während Courtételle mit Franches und Develier auf zwei Teams aus dem Jura trifft. Für alle Gegner geht es in diesen Spielen um nichts mehr. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.