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Lyss - Nidau 1:4

14.05.2017 12:00:13 | Daniel Martiny

Lyss - Nidau 1:4 (1:1)

Grien. - 150 Zuschauer. - SR Boskovic.
Tore: 12. Menetrey 1:0. 45+1. Troilo 1:1. 80. Troilo 1:2. 86. Biedert 1:3. 93. Ben Küffer 1:4.
SV Lyss: Jost; Grossenbacher, Subramaniam, Wanner, Karim Bakari; Rodriguez (64. Enderli), Tomas Ferreira, Kellerhals (60. Eteno),
Rindlsbaher; Asante, Menetrey.
Nidau: Mülchi; Möckli, Hofstetter, Fabio Truffer, Sallin; Verardi (83. Alanoca), Chiapparelli, Marlon Truffer (10. Müller), Biedert; Troilo, Ben Küffer.
Bemerkungen: Lyss ohne René Brack, Fischer, Jamal Bakari, Micael Ferreira (alle verletzt), Lopez (gesperrt). Nidau ohne Rachamin, Caratti,
Vonäsch, J. Birkhofer (alle verletzt), Zürcher (Beruf), M. Birkhofer (Mlitär). Gelbe Karten: 11. Wanner, 40. Verardi, 49. Menetrey, 54. Kellerhals, 69.
Mülchi, 75. Sallin.

Nidau ist auch von Lyss nicht zu stoppen

Der FC Nidau hat seine Erfolgsserie fortgesetzt und beim SV Lyss mit 4:1 gewonnen. Das deutliche Resultat wiederspiegelt das Geschehen auf dem Platz aber nur bedingt.

Der FC Nidau feierte seinen Sieg nach der hart umkämpften Partie überschwenglich. Kein Wunder, ist doch die Mannschaft von Trainer David Meister damit in der Rückrunde weiter unbesiegt. "Diese drei Punkte sind für uns die halbe Miete. Vor den schweren Partien gegen die Top 3 der Liga, haben wir uns nun ein wichtiges Polster zum Erreichen des Klassenerhalts gelegt", so der Trainer. Ganz anders die Gemütslage beim SV Lyss. Der Mannschaft ist in arge Abstiegsnöte geraten und man wollte im Derby unbedingt punkten. Das Heimteam von Trainer Patrick Schüpbach startete sehr gut in die Partie, setzte seinen Gegner von Beginn weg unter Druck und wurde dafür auch belohnt. Nachdem der omnipräsente, sehr stark aufspielende Lysser Mittelstürmer Michel Menetrey in der vierten Minute vorerst eine Grosschance ausgelassen hatte, realisierte er in der 12. Minute das umjubelte 1:0. "Wir haben zu Beginn nicht gut gespielt, sind zu nervös in die Partie gestartet und mussten leiden", meinte Nidaus Captain Lionel Hofstetter. In der Tat mussten die Nidauer nach zehn Minuten den verletzungsbedingten Ausfall von Marlon Truffer verkraften und schienen nach dem Gegentor wie gelähmt. Erst nach einer knappen halben Stunde besass Ben Küffer für Nidau die erste reelle Möglichkeit. Der gute Schuss des Topskorers wurde jedoch mit einem grossartigen Reflex des Lysser Keepers Tobias Jost über die Latte gelenkt.

Lyss im Pech

Ansonsten konnte der FC Nidau in Halbzeit eins wenig bewirken. So wurde Topskorer Ben Küffer vom Lysser Micha Subramaniam manngedeckt und vorerst ziemlich abgemeldet. Dies bis in die Nachspielzeit der ersten Hälfte: Küffer erkämpfte sich an der Grundlinie den Ball, zirkelte diesen aus spitzem Winkel gekonnt in die Mitte, wo Luca Troilo genau richtig stand. Pech für den SV Lyss, der zu diesem Zeitpunkt auch schon höher hätte führen können. War es in den ersten 45 Minuten der SV Lyss, der dieser animierten Partie den Stempel aufgedrückt hatte, erschienen die Nidauer wie verwandelt zur zweiten Halbzeit. "Wir haben in der Kabine taktische Änderungen besprochen und sind dann viel kompakter gestanden", nannte Hofstetter als Grund. Die Gastgeber besassen zwar noch zwei Tormöglichkeiten durch Asante und den eingewechselten Enderli, bis es in diesem Derby zum Knackpunkt kam. Nidau-Goalie Mülchi hatte bei einer Intervention ganz klar ein Foul begannen und der Penalty-Pfiff wäre logisch gewesen. Doch ganz zum Leidwesen der Lysser, erhielt der FC Nidau nach der etwas unübersichtlichen Strafraumszene den Freistoss. "Absolut die Schlüsselszene des Spiels zu Gunsten des Teams mit dem besseren Lauf", beklagte sich Trainer Schüpbach nicht zu unrecht. 

Zu hohes Resultat

Anschliessend demonstrierte der FC Nidau seine momentane Form: Es läuft wie am Schnürchen, denn das Selbstbewusstsein des Meister-Teams ist entsprechend gross. "Zum Ende jeder Partie konnten wir bisher immer zulegen und mit Kampfgeist, sowie der entsprechenden Portion Glück, den Sack zumachen", ergänzte Hofstetter. Dies habe erneut geklappt, auch wenn der Sieg doch etwas hoch ausgefallen sei und die weiteren Treffer in der Folge wie reife Früchte fielen. Tatsächlich entwischte Luca Troilo in der 80. Minute und brachte Nidau erstmals in Führung. Als der SV Lyss anschliessend seine Defensive lockerte, um den so wichtigen Punktgewinn anzustreben, hiess es nach einem weiteren Konter durch Steven Biedert 1:3. Auch Topskorer Ben Küffer sollte in der Nachspielzeit zu seinem fast schon obligatorischen Treffer kommen. Eine bittere Niederlage für das Heimteam, dessen Lage sich im Abstiegskampf weiter verschlechtert hat. Allerdings können die Seeländer den Ligaerhalt nach wie vor aus eigener Kraft schaffen, auch wenn Torschütze Michel Menetrey nach einer weiteren gelben Karte für die nächste Partie beim US Boncourt gesperrt sein wird. Für Nidau, das am Freitag den FC Biel auf der Burgerallee erwartet, ist der Sieg mehr als die halbe Miete zum Ligaerhalt. "Auch wenn die nächsten Gegner Biel, Courgenay und Aarberg heissen, eigentlich dürfen wir den Partien nun entspannt und zuversichtlich entgegen sehen", meinte Captain Hofstetter. Das Abstiegsgespenst ist bei Nidau verscheucht, beim Nachbar Lyss dafür umso akuter.